Bezirksligisten verspielen Sieg und Tabellenführung

In ihrem zweiten Heimspiel empfing die 3. Mannschaft im frisch renoviertem oberen Poolraum den noch punktlosen 1. PBC Powerball aus Ennepetal. Ein knapper Sieg hätte an diesem Tag gereicht, um gemeinsam mit Witten 2 die Tabelle anzuführen und dies ohne Punktverlust. Doch es sollte alles ganz anders kommen…

Die Stammer mussten ohne Jörg Peßarra auflaufen, der sich zu diesem Zeitpunkt noch im Urlaub befand. An der Grundformation wurde dennoch nichts verändert. Michael Summeck (Summi) ersetzte Jörg positionsgetreu.

Unsere Jungs erwischten auch einen guten Start. Problemlos mit 5:1 sicherte Thomas Schwarz (Schwatti) mit seinem dritten gewonnenen 8-Ball-Spiel sowie seinem fünften Sieg in Folge der Mannschaft den ersten Punkt.

Zum gleichen Zeitpunkt lieferte sich Summi ein sehr zähes 14/1 mit seinem Gegenspieler. Beide waren bemüht, doch so richtig rund lief es über die gesamte Spielzeit nicht. Zwischenzeitlich lag Summi mit genau einem Brett hinten, doch kämpfte er sich in kleineren Schritten sukzessive wieder heran, bis es wieder ausgeglichen stand, 40:40. Anschließend konnte Summi sich sogar kurzerhand ein wenig absetzen jedoch nicht entscheidend. Lange Zeit konnte man nicht vorhersagen, wie diese Partie ausgehen würde. Schließlich musste er sich ganz knapp mit 57:60 doch geschlagen geben.

Einen ähnlichen Thriller erlebte Hendrik Peuser in seinem 9-Ball. Nachdem er früh 0:2 zurücklag, kämpfte auch er sich schnell zurück und lieferte sich dann ein umkämpftes Match mit seinem Kontrahenten. Den Decider verbuchte er dann für sich und verließ somit schließlich mit 6:5 den Tisch als Sieger.

2:1 also zu diesem Zeitpunkt für den leichten Favouriten.

Im letzten Spiel der Hinrunde, dem 10er-Ball, wusste Dominik Opitz, was er zu tun hatte, nämlich zur Halbzeit die Führung ausbauen um somit für eine gute Ausgangsposition für den zweiten Durchgang zu sorgen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten fand er noch rechtzeitig in die Partie, drehte einen 0:2 Rückstand und münzte ihn in einem 4:2 Vorsprung um. Den ersten Matchball zum 5:2 vergab er allerdings kläglich. Doch als nach dem Anstoß des Gegners der Spielball in die Mitteltasche fiel, räumte er den Tisch komplett ab zum erlösenden 5:3.

3:1 also der Pausenstand für die fusionierte Wanner-Stamm-Mannschaft.

In einer zügigen 14/1-Partie erspielte sich Dominik recht früh einen spielentscheidenen Vorspung heraus, als er nach 4 Aufnahmen bereits mit 24:4 führte. Nach einer Safetyphase über mehrere Aufnahmen wartete Dominik geduldig auf seine nächste Chance. In der 10. Aufnahme nutzte er diese mit einer 14er-Serie zum zwischenzeitlichen 41:12. Doch als sein Gegenspieler in den darauffolgenden 3 Aufnahmen 25 Punkte sammelte, wurde klar, dass die Partie noch nicht entschieden war. Doch Dominik behielt die Nerven und setzte in der 13. Aufnahme mit einer weiteren Serie von 14 Punkten den Schlusspunkt, 60:37 der Endstand.

Damit stellte er auf 4:1. Alles schien in Ordnung zu sein und dem dritten Sieg im dritten Spiel schien nichts mehr im Wege zu stehen. Doch dann musste er von Außen mit ansehen, wie das Unheil seinen Lauf nahm. Denn was dann geschah, kann man auch nach fast einer Woche danach kaum in Worte fassen…

Summi gelang es im 8-Ball leider nicht sich zu steigern und unterlag unglücklich mit 3:5. Powerball verkürzte auf 2:4 und witterte Morgenluft. Die letzten beiden Spiele liefen. 9-Ball und 10-Ball. Spiele, in denen man nie weiß, wie sie ausgehen.

Spätestens als es bei Hendrik im 10er-Ball 2:3 gegen ihn stand und Schwatti im 9er-Ball gegen den gleichen Gegner, den er im 8-Ball noch scheinbar spielerisch dominiert hatte, mit 0.3 zurücklag war es in der Stammer „Coaching-Zone“ gespenstisch ruhig geworden. Das hatte es nun wirklich nicht mehr gebraucht. Schwatti wusste überhaupt nicht wie ihn geschah, als er sich nach knapp 20 gespielten Minuten mit einem 0:5 Rückstand auseinandersetzen musste. Auf dem anderen Tisch glich Hendrik derweil zum 3:3 aus. Schwatti, der natürlich mit Blick auf dem anderen Tisch um die Wichtigkeit seines eigenen Spiels wusste, gab nicht auf. Er beißte und kämpfte und tat alles für ein Comeback in diesem Match. Plötzlich fand er durch eine gute Aktion sein Lochspiel wieder und holte sich die beiden nächsten Frames und verkürzte auf 2:5. Am anderen Tisch musste Hendrik wieder einen Rückstand hinterherlaufen: 3:4.

Spannung pur auf beiden Tischen. Man wusste gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. Jeder Ball, jeder Fehler konnte jetzt entscheiden. Schwatti nutzte seinen kleinen Lauf und gewann noch ein Spiel: 3:5. Doch der Rucksack mit dem 0:5 im Rücken war gerade im 9er-Ball dann doch zu schwer, um den Rückstand noch aufzuholen. Schwatti musste sich nach großem Kampf mit 3:6 geschlagen geben.

Nun ruhten die Stammer Hoffnungen auf den Jüngsten. Hendrik wusste worum es geht und glich erneut aus zum 4:4 und erzwang damit im letzten Spiel den alles entscheidenen Decider. Hendrik war am Tisch. Doch dann unterlief ihm ein unglückliches Malheur. Als er die „3“ verschoss prallte der Spielball gegen die lange Bande, traf die „6“ so, dass diese quer über dem Tisch lief und auf Höhe der anderen langen Bande genau vor der „10“ zum liegen kam. Zu allem Überfluss blieb die „3“ auch noch schmackhaft liegen. Der Gegner räumte von der „3“ bis zur „5“ ab. Er stellte sich einen elend langen Ball auf die Kombination, welche er sich jetzt anschaute. Sie lag etwas versetzt aber war absolut machbar. Hendrik konnte nur noch zusehen, wie sein Gegenspieler die Kombination sicher einlochte und musste ihm frustrierend die Hand schütteln.

Entstand also 4:4. Die Stammer hatten nach einem 4:1 den bereits sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Statt zwei Punkte zu gewinnen, haben sie einen verloren. Dies soll jedoch die Leistung der Gäste aus Ennepetal in keinster Weise schmälern, die sich wirklich gut verkauft haben und im zweiten Durchgang stark zurückgeschlagen hatten. Dennoch ein ganz bitterer Abend für die Bezirksligisten. Nicht nur den Sieg verspielt, sondern auch die erneute Tabellenführung ist nun futsch. Dennoch ist man nach drei Spielen immernoch ungeschlagen und kann sich für den weiteren Saisonverlauf gute Chancen ausrechnen.

Mit einem Sieg im morgigen Gastspiel beim Aufsteiger Iserlohn, die überraschend gut gestartet sind, können sich die Stammer entgültig oben festsetzen…